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Rödiger, Meta Johane geb. Kropp
29.3.1892 -15.2.1978 Bremen


Die weitverzweigte Familie Kropp war in Rockwinkel auf mehreren Hofstellen seit dem 17. Jahrhundert ansässig.
Meta Kropps Eltern waren der Landwirt Lür Kropp (3.1.1861-11.6.1923) und seine Frau Meta, geb. Bremermann (23.1.1861- 23.4.1930), die am 3.6.1881 geheiratet hatten. Ihre Schwester Anne, war vier Jahre jünger (1882-1958). Ihr Bruder Gerhard wurde 1885 geboren und kehrte aus dem 1. Weltkrieg nicht mehr zurück. .
Das genau Errichtungsdatum der Hofanlage ist nicht bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung des Hofes stammt aus dem Jahre 1589. Dieser Hof befand sich seit etwa 1600 bis zum Jahr 1978 im Besitz der Familie Kropp. Seinen Namen erhielt er vom letzten männlichen Besitzer, von Lür Kropp, der das Gut zu Beginn des 20. Jahrhunderts bewirtschaftete. .
Die Familie lebte von den Einkünften aus der Landwirtschaft. Meta Rödiger erzählte, dass sie als Kind zur Fuß feste Kunden in der Stadt besuchte "auf der linken Schulter nach vorn und nach hinten je ein Säckchen mit fünfzig Eiern und Stücken Buttern". Am 18.12.1926 heiratete sie Christian Julius Rödiger mit dem sie auf dem elterlichen Hof lebte.
1958 starb ihre Schwester, deren Ehe mit Hermann Warnken (1878-1951) kinderlos geblieben war. Sie vererbte ihren Anteil des Hofes an sie. Auch Meta Rödigers Ehe blieb kinderlos. Ihr Mann starb am 6.11.1962. Meta blieb allein auf dem Hof zurück. Sie lebte im Kerngebäude(Flett) des Anwesens. Die 70 jährige erhielt von einer Haushälterin, die regelmäßig kam; Unterstützung. Sie vermietete zwei Grundstücke auf dem riesigen Gelände, auf denen Häuser errichtet wurden. .
Um ihre Erbangelegenheit zu regeln, nahm sie 1970 Kontakt zum Ortsamtleiter Borgfeld, Hinrich Kaemena, auf. Ursprünglich hatte sie die Absicht, den Hof der Gemeinde Borgfeld zu vererben. Diese war aber nicht selbständig, sondern ein Teil der Stadt Bremen, so wurde die Stadtgemeinde Bremen Erbe des größten Grundstück, das ihr jemals vererbt wurde - insgesamt 250 ha. .
Ihr Hauptinteresse war, das Erbe der Allgemeinheit zu Gute kommen zu lassen. Sie verfügte: "Die Verwendung soll unter der Bezeichnung "Lür-Kropp-Hof" erfolgen. Für die jeweiligen Grundstücke legte sie den genauen Verwendungszweck fest: Auf einem Grundstücksteil ist jegliche Bebauung verboten, nur das Anlegen eines Wanderwegs ist gestattet, auf einem anderen darf nur ein Kindergarten nebst Kinderspielplatz eingerichtet werden, das verpachtete Grundstück sollte fünf Jahre nach ihrem Tod gekündigt werden. Für alle anderen Grundstücke - mit Ausnahme eines Grundstückes, dass sie privat vererbte - verfügte sie, "dass deren Verwendung stets die Wahrung des jetzigen landschaftlichen Charakters des Ortamtsbezirk Oberneuland im Auge behalten und bei jeder Entscheidung über die Verwendung der Grundstücke der jeweiligen Ortsamtsvorsteher Oberneuland gehört wird." ( Bis zu ihrem Tod 1978 erhielt sie zu Weihnachten oder zu ihrem Geburtstag Besuche des Ortsamtleiters und eines Senatsvertreters, bei der Kaffee und Schnaps ausgeschenkt wurden. Sie nutzte die Gelegenheit, ihre Probleme mit den anwesenden zu diskutieren und eine für sie günstige Lösung zur Regelung zu erreichen: mal waren es die Kanalerschließungsgebühren, mal ein Steuerbescheid: .
Nach ihrem Tod wurde die Beibehaltung eines kleinen landwirtschaftlichen Hofes, die Wiederherstellung des Fletts in seiner ursprünglichen Form und eine umfangreiche Sanierung der Gebäude beschlossen. Die Ländereien wurden zum Teil in einen öffentlichen Park und der Hof in Zusammenarbeit mit dem Focke-Museum in ein lebendiges Museum umgestaltet. 1995 wurde der Förderverein Lür-Kropp-Hof e.V. gegründet. Aus der Notwendigkeit, Mittel für den Erhalt des Hofes zu erhalten, entstand die Idee auf dem Grundstück eine Haus für standesamtliche Trauungen einzurichten. Das Meta-Roediger Hochtiedshus, Rockwinkler Landstraße 5, in dem sich sowohl Bremer als auch Auswärtige trauen lassen können, wurde 2001 eröffnet und erfreut sich großer Beliebtheit. .


Im Hauptgebäude hängt ein Ölbild von ihr, auch das Focke Museum besitzt ein solches Porträt.gemalt von Annemarie Mevissen. Im Haupthaus wurde 2016 eine Gedenktafel an sie angebracht.
Anmerkungen:

1. Hollanders Sophie: Oberneuland, Bilder aus alten Truhen
2. Abschrift des Testaments, Nummer 44/1970 Urkundenrolle
Literatur und Quellen:
Testament und weiteres Material zur Verfügung gestellt von Ralf-Gerhard Facklam, Vorsitzender der Stiftung.
Hollanders, Sophie, Oberneuland, Bilder aus alten Truhen,Bremen, 1980 Bild Rödiger:Focke Museum
Staatsarchiv Bremen, Die Maus: graue Mappe Kropp
Autorin: Edith Laudowicz