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Tegtmeyer, Leopoldine Emilie Ernestine (Emmy)

5.1.1827 Hornsmühlen/Holstein - 16.2.1903 Bremen

 
Emmy war die Tochter des Papierfabrikanten Jost Georg Tegtmeyer (1690-1740) und seiner Ehefrau Ernestine Catharina Leopoldine, geb. Spethmann.

Der Vater war Besitzer einer Papiermühle in Hornsmühlen bei Lübeck.
Sie erhielt in ihrem Elternhaus Privatunterricht. Nach ihrer Konfirmation wurde sie zur weiteren Ausbildung für einige Jahre zu ihrem Onkel nach Kellinghusen geschickt. Nachdem sie sechs Jahre als Erzieherin in verschiedenen Familien tätig gewesen war, zog sie zu ihrer Tante Anna Margaretha Iken (1794 -1862), der Schwester ihres Vaters, und ihrem Mann nach Bremen in die Petristraße. Als ihre Tante 1862 starb, führte sie zehn Jahre den Haushalt des Onkels bis zu seinem Tod.

1862 erschien ihr erstes Buch "Die Kaiserbrüder. Historischer Roman". In dem vierbändigen Werk schildert sie den Kampf des österreichischen Königs Friedrich des Schönen (um 1286-1330) mit seinem Vetter Kaiser Ludwig den Bayern (1287-1347) um den Besitz der Kaiserkrone. In den Blättern für Literarische Unterhaltung wurde dieses Buch von Wilhelm Andreä lobend hervorgehoben: "die Anlage der ganzen umfangreichen Dichtung und die Verkettung des geschichtlichen Fadens, die Benutzung gegebener und die Erfindung neuer Persönlichkeiten, die spannende geschickt hinein verwebten Episoden, der meisterhafte Dialog, kurz die Bewältigung des ganzen großartigen Stoffes, bekunden eine begabte, feinfühlige Dichterin." Wann sie mit dem Schreiben begonnen hatte und wie sie sich die historischen Kenntnisse aneignete, ist nicht zu ermitteln. Sechs Jahre später veröffentlichte sie den zweiten Teil der "Kaiserbrüder", der sich mit dem österreichischen Kaiser Franz Joseph I. und seinem Bruder Maximilian I. von Mexiko befasst. In ihrem Gedicht "Der nächtliche Ritt" ist erneut ein König die Hauptfigur: Sie schildert die wundersame Rettung des dänischen Königs Waldemar 1227 durch den Grafen Adolf von Holstein unter Mithilfe des Erzbischofs von Bremen.
1872 starb ihr Onkel und sie zog 1873 mit ihrer Freundin, der Lehrerin Julie Marie Rodowe (1831-1908) in eine gemeinsame Wohnung in die Schillerstraße 24. 1875 bis 1879 lebten sie in der Besselstraße 74, dann im Fesenfeldt 21.
1882 erschien: "Helene. Tagebuchblätter aus dem russischen Salonleben" und 1885 "Die Tochter des Bürgermeisters. Eine Erzählung aus der bremischen Vergangenheit", in der es um eine Liebesgeschichte des bremischen Bürgermeisters und späteren Bremischen Rats Speckmann geht. Die Erzählung "Die Blutsaat" handelt von der Ermordung des bremischen Reformators Heinrich von Zütphen. Ihre letzte ermittelbare Publikation ist die Erzählung "Lebenskämpfe", die 1897 veröffentlicht wurde.


Anmerkungen:
1.Wikipedia, Emilie Tegtmeyer, Zugriff 3.6.2015.
2.Blätter für Litterarische Unterhaltung, 1862, Nr.45, S.828f. Zugriff am 6.6.2015 27.
Literatur und Quellen
Blätter für Litterarische Unterhaltung, 1862, Nr.45
Bremische Biographie, S. Seiten 236-237
Pataky, Sophie (Hrsg.): Lexikon deutscher Frauen der Feder. Band 2. Berlin 1898
Wikipedia: Emilie Tegtmeyer, Auszug aus dem Taufregister der Kirchengemeinde Schlamersdorf, Jahrgang 1827, Nr.15. Kirchenbuchamt des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Segeberg

Autorin: Edith Laudowicz

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