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Kalkmann, Marie


1822 Bremen - 17.12.1919 Bremen

Marie Kalkmanns Eltern waren der Kaufmann und brasilianische Konsul Heinrich Philipp Friedrich Ludwig Kalkmann (1791-1848) und Charlotte Marianne Kessler.1 Sie hatte eine Schwester: Mathilde Luise (7.8.1824-29.6.1909).
Marie K. hat sich offenbar im Juni 1840 in Twyford Abbey bei Mrs. Boothby, England, aufgehalten, denn es wurde ein Brief ihrer Schwester an sie gefunden.2
Sie war mit Ottilie Hoffmann befreundet, der sie auch durch ihre familiären Beziehungen 1851 zu einer Anstellung auf der Isle of Wight verhelfen konnte. Wie Ottilie organisierte auch sie sich im Verein zur Erweiterung des weiblichen Erwerbsgebiets (später Frauen-Erwerbs und Ausbildungsverein, FEV) und gehörte über mehrere Jahre hinweg dem Vorstand an. Ab 1870 gründete sich, unabhängig vom FEV, der Frauenbildungsverein, der den Charakter einer Volksbildungseinrichtung hatte. Marie Kalkmann übernahm die Aufgabe, Vortrags- und Unterhaltungsabende zu organisieren. Bis zum 1.Weltkrieg wurden die Veranstaltungen, zu denen prominente Redner und Rednerinnen geladen wurden, zuweilen von 200 bis 300 Mädchen und Frauen besucht. Es wurde über Themen der Frauenbewegungen wie über sozialpolitische Fragen referiert und diskutiert. Manchmal traten auch ihre beiden Nichten, die Pianistin Friederike Charlotte(1873-1970) und die Sängerin Charlotte Marie (geb.1874-1947) auf.3 Mit Ottilie Hoffmann unternahm sie zahlreiche Reisen in die Schweiz und jedes Jahr lud sie Ottilie zu sich ein, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Ihr Vermögen brachte sie in die Marie-Kalkmann-Stiftung ein.


Anmerkungen:
1.Verheiratet mit Carl* Gottlob Freytag von Loringhoven
2.Welt Print :Fundstücke Der älteste deutsche Brief mit Marke ,Veröffentlicht am 14.03.2008
3.Die beiden waren ab 1929 Geschäftsführerinnen des Seminars der Ortsgruppe Bremen im Reichsverband Deutscher Tonkünstler und Musiklehrer


Literatur und Quellen:
Cyrus, Hannelore u.a. (Hrsg.): Bremer Frauen, Bremen 1991,S.409
Die Welt, Fundstücke 14.3.2008
Familiengeschichtliche Sammlung (Maus), StAB
Meyer-Renschhausen, Elisabeth: Weibliche Kultur und soziale Arbeit, Köln/Wien 1989
Plate, Mathilde: Ottilie Hoffmann, Bremen 1930
Wannia, Hubert: 15 Jahre Bremen: 1906-1920, Bremen 2010
Autorin: Edith Laudowicz