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Knorr, Helene
2.6.1920 in Weißenfels/Saale - 1.6.2010 in Bremen


Helene wuchs in Sachsen auf. Sie trat 1945 in die SPD ein und war Mitglied bis zum Zusammenschluss SPD/KPD zur SED. Sie beteiligte sich danach an den Aktivitäten des Ostbüros der SPD, womit die West-SPD Kontakte unter den ehemaligen - inzwischen illegalen - DDR-Sozialdemokraten aufrechterhalten wollte. Das Ostbüro der SPD wurde wie die Ostbüros der anderen West-Parteien von der DDR-Obrigkeit für eine Spitzelorganisation gehalten und verfolgt. 1948 floh sie aus der Sowjetisch besetzten Zone nach Bremen. Sie arbeitete als Sachbearbeiterin bei der Zigarettenfabrik Brinkmann, war dort Betriebsrätin und engagierte sich in der Gewerkschaft Nahrung, Gaststätten, Genuss (NGG), viele Jahre ehrenamtlich, auch auf Bundesebene. Seit 1967 war sie im Vorstand der Bremer Gruppe der NGG, ihr politisches Engagement wurde vor allem durch die Erfahrungen in der Arbeitswelt geprägt.
Sie gehörte dem SPD-Ortsverein Kirchhuchting an und war dessen Vorsitzende. Auch im Beirat Huchting arbeitete sie aktiv mit.
Von 1971 bis 1987 war sie Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, ab 1979 gehörte sie dem Vorstand der Bürgerschaft an. Ihre parlamentarische Arbeit konzentrierte sich auf die Mitarbeit in der Deputation für Häfen, Schifffahrt und Verkehr und im Petitionsausschuss.
1983 wurde sie zur Vizepräsidentin der Bürgerschaft gewählt. Sie war die erste Frau, die dieses Amt innehatte. In dieser Funktion musste sie sich mit dem Bürgerschaftspräsidenten Dieter Klink abstimmen, eine Zusammenarbeit, die nicht immer einfach gewesen sei, sagte sie in einem Interview anlässlich ihres 85.Geburtstages. 1986 nahm sie an einer Reise in die Partnerstädte Riga und Petersburg teil, in der es auch um die Intensivierung der Beziehungen ging. Sie blieb bis 1987 Vizepräsidentin. Sie übernahm in dieser Funktion viele repräsentative Aufgaben.
Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie im Pflegeheim des Arbeitersamariterbundes (ASB) im Haus am Osterdeich, dessen Hausbeirat sie angehörte. 2007 besuchte Bürgermeister Jens Böhrnsen sie dort. Sie beschenkte ihn mit einem von ihr gemalten Bild.
In der Traueranzeige der SPD heißt es, dass ihr langes Leben erfüllt war vom Streben nach Freiheit und Gerechtigkeit.
Literatur und Quellen
WK 22.2.68, 1.10.86, 2.3.85, 3.6.2010
Bildquelle: Senatskanzlei 11.4.2007
Autorin: Edith Laudowicz