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Caroline Amalie Gildemeister, geb. Kotzebue

1.11.1759 in Weimar - 15.1.1844 in Weimar
 

Caroline Amalie war die Schwester des Schriftstellers August Friedrich Ferdinand von Kotzebue (*3. Mai 1761 in Weimar; 23. März 1819 in Mannheim) und Schwester von Amalia Johanna Karolina, verehelichte Ludecos, die unter dem Namen Amalie Berg zahlreiche Bücher verfasste. Ihre Eltern waren der braunschweigische Major Levin Carl Christian Kotzebue und Anne Christine, geb. Krüger. Ihr Onkel war der Professor und Schriftsteller Johann Karl August Musäus. Bis zu ihrer Eheschließung war sie einige Jahre bei der Herzogin Anna Amalia von Weimar Kammerjungfer, wie auch ihre Mutter Caroline Dorothea, die vierzig Jahre bis zu ihrer Pensionierung 1803 dort beschäftigt war. Sie hatte reges Interesse am geistigen Leben Weimars und auch Kontakt zu Goethe. In Goethes Einakter "Die Geschwister"2, zu dem er durch sie inspiriert worden war, spielte sie anlässlich der Uraufführung im November 1776 gemeinsam mit Goethe und ihrem Bruder im Liebhabertheater in Weimar die tragende Rolle

Caroline Amalie war die Schwester des Schriftstellers August Friedrich Ferdinand von Kotzebue (*3. Mai 1761 in Weimar; 23. März 1819 in Mannheim) und Schwester von Amalia Johanna Karolina, verehelichte Ludecos, die unter dem Namen Amalie Berg zahlreiche Bücher verfasste. Ihre Eltern waren der braunschweigische Major Levin Carl Christian Kotzebue und Anne Christine, geb. Krüger. Ihr Onkel war der Professor und Schriftsteller Johann Karl August Musäus. Bis zu ihrer Eheschließung war sie einige Jahre bei der Herzogin Anna Amalia von Weimar Kammerjungfer, wie auch ihre Mutter Caroline Dorothea, die vierzig Jahre bis zu ihrer Pensionierung 1803 dort beschäftigt war. Sie hatte reges Interesse am geistigen Leben Weimars und auch Kontakt zu Goethe. In Goethes Einakter "Die Geschwister", zu dem er durch sie inspiriert worden war, spielte sie anlässlich der Uraufführung im November 1776 gemeinsam mit Goethe und ihrem Bruder im Liebhabertheater in Weimar die tragende Rolle.
Am 26.04.1778 heiratete sie in Weimar den Bremer Professor Dr.jur. Johann Friedrich Gildemeister (1753-1812), der nach einem Jurastudium in Göttingen und einer Lehrtätigkeit am Bremer akademischen Gymnasium 1776 an die Universität Duisburg als dritter Professor der Rechte und Assessor des Spruchcollegiums berufen worden war. Sie hatte ihn durch ihren Onkel August Musäus1 kennen gelernt.

Die Eheschließung wurde von seinem Vater nicht gutgeheißen. "Sein Vater, ein überzeugter Reformierter" lehnte die Verbindung mit "einer Bekennenden des Irrglaubens ausgesprochen, so dass die Heirat erst nach seinem Tode erfolgen konnte3," sie fand am 26.04.1778 in Weimar statt. Die Eheschließung hatte die Folge, dass Johann F.Gildemeister nicht Senator werden konnte. Anlässlich der Hochzeit verfasste der Onkel Musäus ein sog. "eine gereimte "Strohkranzrede "für die frischvermählten Eheleute". Caroline Amalie führte eine ausgedehnte Korrespondenz mit ihm. Zur Geburt ihres ersten Kindes gratulierte er ihr und widmete ihr anlässlich dieses Ereignisses "drei Novellen für das Kindbett einer geliebten Wöchnerin"4. Sie inspirierte ihn mit einer Erzählung über einen Bremer Garten in der Neustadtzu dem Märchen "Stumme Liebe" über den reichen Kaufmann Melchior von Bremen5. Auch mit Goethe korrespondierte sie, denn in dem Verzeichnis der Goethekorrespondenten wird sie genannt.6

Das Paar lebte zunächst in Duisburg, wo am 13.13. 1779 der erste Sohn Johann Carl Friedrich geboren wurde. In diesem Jahr wohnte auch August Kotzebue bei ihnen, der in Duisburg ein Jurastudium aufgenommen hatte. Die erste Tochter Friederike Henriette Amalia wurde am 24.01.1782 in Weimar geboren. Im Jahr 1784 wurde Gildemeister zum Syndicus des Spruchcollegiums Seniorum nach Bremen zurückberufen.

Im selben Jahr wurde die Tochter Louise Auguste am 6.1., zwei Jahre später der zweite Sohn Wilhelm am 4.8. geboren, der schon im Alter von vier Jahren starb. Zwei Jahre später kamen Carl August am 26.1. und am 25.8.1788 die Tochter Elisa Friederica zur Welt, am 14.4.1791 wurde Wilhelm geboren, der nur neun Jahre alt wurde. Der jüngste Sohn Heinrich kam 25.06.1794 in Bremen zur Welt und am 13.12.1803 erblickte die jüngste Tochter Sophia Amalia das Licht der Welt.7 Die Familie lebte in der Langenstraße. Das Einkommen des Ehemanns, der neben seiner Tätigkeit als Jurist auch Schriften zum bremischen Recht und Übersetzungen aus dem Englischen (u.a.) Oliver Goldsmith's Gedicht "Das entvölkerte Dorf" verfasst, reichte offenbar für die Lebenshaltungskosten der Großfamilie nicht aus.8

Aus diesem Grund "nahm sie zusätzlich zu ihren zu ihren neun Kindern noch junge Mädchen, vorwiegend aus Ostfriesland auf und unterrichtete sie in ihrer "Pensionsschule".9 1812 starb Johann Friedrich und da keinerlei Rücklagen vorhanden waren, zog sie mit den Töchtern Elisa und Sophie nach Weimar, die beiden Töchter gingen jedoch 1825 für drei Jahre nach Bremen zurück, wo sie die Schule besuchten und bei Pensionärinnen untergebracht waren.

Um ihren Lebensunterhalt zu sichern, nahm sie die außereheliche Tochter Josephe des Grafen von Stolberg und ihre beide Halbschwestern Ferdinande und Auguste in Pension. Anlässlich eines Besuches in Bremen bei ihrem Sohn Fritz, der Senator geworden war, verliebte sich Wilhelm Hauff in Josephe Stolberg, die ihn aber abwies. Amalie hielt engen Kontakt zu ihren Kindern. Als ihr Sohn Johann Friedrich seine erste Frau Christine Stolz heiratete, traf sie sich mit ihm ihn Kassel um in Zürich die Braut abzuholen und anschließend in Frankfurt die Hochzeit zu feiern. 1828 kehrten Amalie und ihre Tochter Sophia u

nd nach Bremen zurück. Ihren Lebensabend verbrachte sie jedoch in Weimar, wo sie auch starb.

Autorin: Edith Laudowicz
Quellen:
1.Johann Karl August Musäus war am 28. Oktober 1787 in Weimar gestorben. 1755 in Jena geboren, wurde er naech dem Studium der Theologie 1765 Pagenhofmeister in Weimar und 1770 Professor am dortigen Wilhelm-Ernst Gymnasium
2.Kotzebues Briefe an seine Mutter, S. 315
3.Klatte Elisabeth(Hg.): "Du bist in jedem Brief mir neu!" Braut- und Ehebriefe aus der bremischen Familie Gildemeister 1815 - 1839, Bremen 2002, S.17
4.Nachgelassene Schriften des verstorbenen Professor Musäus. Herausgegeben von seinem Zögling August von Kotzebue, Leipzig 1791, (S.115 ff.)
5.Brandes Gustav: Aus den Gärten einer alten Hansestadt, Bremen 1939, S.5
6.Briefe an Goethe. Gesamtausgabe in Regestform.[Regestausgabe]. Bd.1ff. Weimar 1980 ff, Briefschreiber(in) in Band 7 RA, erwähnte Person in Band 8 RA
7.Ortsfamilienbuch Bremen und Vegesack, Abruf 25.10.2014
8.Die von ihm verfassten "Religiösen Gedichte" sowie seine "Untersuchung über die alte deutsche Sprache und Rechte", welche nie an die Öffentlichkeit gelangt sind, besitzt handschriftlich die Stadtbibliothek in Bremen
9. Klatte, a.a.O. S.17
Autorin: Edith Laudowicz