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Dresel-Koenenkamp, Ilse Laura Marie Auguste,(gen. Ila), geb. Koenenkamp

17.7.1889 in Bremen-1982 Sehringen


Ilse Koenenkamp wurde als Tochter des Kaufmanns F.H.Koenenkamp und der Mutter Antonia Georgine, geb. Clewing in Bremen geboren. Sie hatte vier Geschwister. Ein Bruder fiel im Ersten Weltkrieg. Sie besuchte zunächst eine Vorschule und dann eine Höhere Töchterschule. Diese gefiel ihr aber nicht und sie bat ihre Eltern "nehmt mich herunter von dieser Affenschule"1 Da Mädchen Anfang des Jahrhunderts nicht auf Knabenschulen zugelassen waren, machte sie im Sommer 1907 als Externe das Abitur. Danach besuchte sie in Erfurt bis 1908 eine Haushaltungsschule und begann ab 1909 ein Studium in Freiburg. Sie setzte ihre Sprach- und Archäologiestudien in München (1909/1910), Berlin und Heidelberg(1911) fort und studierte noch zusätzlich Kunstgeschichte, Geschichte des Altertums und Philosophie als Wahlfächer.

1911 heiratete sie den Privatdozenten Dr. Ernst Gerhard Dresel( 3.9.1885 Buckau bei Magdeburg - 25.9.1964 Freiburg/Breisgau), der 1921 außerordentlicher Professor an der Heidelberger Universität wurde. Im Hause Dresel-Koenenkamp verkehrten auch viele Künstler. Der Maler Hans Trimborn, der im Haus Dresel einen Wohnraum und ein Atelier hatte, verliebte sich in Ila Koenekamp und richtete schwärmerische Gedichte an sie. Da er bereits eine Beziehung hatte und eine Beziehung zu Ila Koenekamp-Dresel als nicht lebbar betrachtete, verließ er das Dreselsche Haus und auch Heidelberg.2
I.D.im Alter von 40 Jahren

Die Dresels verließen Heidelberg 1926, da Ernst Gerhard Dresel ein Ordinariat in Greifswald und die Leitung des dortigen Hygieneinstituts antrat. Von 1934 bis 1945 hatte er eine ordentlicher Professor für Hygiene und Bakteriologie an der Leipziger Universität.

Er trat 1934 in die SS ein und fühlte sich der nationalsozialistischen Rassehygiene verbunden. Nach 1945 erhielt er zwei Jahre Berufsverbot. Er verließ Leipzig und ging nach Bremen. Dort bekleidete er Anfang 1948 als wissenschaftlicher Berater in einer chemischen Fabrik, 1949 als Betriebsarzt und Personalchef einer Speditionsfirma und als Inhaber eines bakteriologisch-serologischen Untersuchungsinstituts, hohe Stellungen."3 Ob Ilse Dresel-Koenenkamp seine politischen Auffassungen teilte, ist nicht bekannt, aber eher unwahrscheinlich, denn sie wurde Redakteurin beim Weser Kurier und von 1949-1950 war sie sogar "Head of Editors and Publishers Room", eine Einrichtung des U.S. Headquarters im Haus des Reichs in Bremen.
1956 zog sie mit ihrem Mann nach Sehringen/Südbaden, der dort ein bakteriologisches Labor einrichtete. 1980 erschien ein kleines Büchlein, welches einige Lebenserinnerungen, Erzählungen und Gedichte von Ila Dresel-Koenenkamp enthält.


Anmerkungen: 1.König, Johann-Günther: S.213 ff
2.Janssen, Johannes C.B.: Hans Trimborn
3.Trapp, Anne-Kristin: Online-Ausgabe: http://www.isgv.de/saebi/ Zugriff: 22.3.2015
Bildquellen: Lebende Bilder,S.45

Veröffentlichungen:
Lebende Bilder, Mühlheim/Baden 1980
Cor und das Mädchen. Ein Brevier,1981
Quellen:
König, Johann-Günther, Kinner mit'n Willen, krieg wat vör de billen..., Bremer Kindheiten, Bremen 1989, S. 213 ff.
Janssen, Johannes C.B.:Hans Trimborn, Leben und Werk im Rheinland (1891-1918),und seine Schaffenszeit zwischen den Weltkriegen in Heidelberg und auf Norderney (1918-1939),Band I (Text) Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Bonn 2002
Beitrag von ihr in:Sonderausgabe von "Frankenland". Zeitschrift für fränkische Landeskunde und Kulturpflege aus Anlaß des 50jährigen Bestehens der Dauthendey-Gesellschaft 1934 - 1984,
Im Deutschen Literaturarchiv in Marbach gibt es einen Brief von Ila Dresel-Koenenkamp an Dolf Sternberger.
Der Mann, der seinen Kopf verlor Skizze von Ila Dresel hier lesbar Anlässlich des Ausscheidens aus ihrer Tätigkeit beim Publishers Room schrieb der angesehene Journalist Lothar Koch eine Würdingung,hier lesbar

Autorin: Edith Laudowicz