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Ringen, Sophia Charlotta
20.5.1739 - Köthen (Todesdatum unbekannt)


Sophia Charlotta Ringen1 wurde als zweite Tochter von Christoph Gottfried Ringen (14.4.1713-1797) in Köthen/Sachsen geboren. Ihr Vater war Anhalt-köthischer Porträthofmaler - wie er sich selbst nannte.Er malte 1746 ein Porträt von Anna Luise Fürstin von Anhalt-Dessau 1780 ein Doppelbildnis der Fürstin Luise Charlotte Friederike von Anhalt-Köthen. Sie hatte drei Schwestern: Anna Frederica Regina und Karoline und Hanna Margarete Sophia. Alle Töchter wurden von ihrem Vater in der Malerei ausgebildet. Schon in Köthen fiel er durch sein exzentrisches Benehmen auf, er hatte dort ein Haus "das völlig das Ansehen und die Gestalt einer großen Bude hatte, schwarz angestrichen und mit goldenen Sternen geziert war."2

1752 gab er seinen Dienst am anhaltinischen Hof auf und zog mit den Töchtern (seine Frau war bereits verstorben) in ein kleines Bauerngut in Wiedemar. Er beschloss, fortan als Bauer tätig zu sein. Seine Töchter mussten die landwirtschaftlichen Arbeiten verrichten. Die Familie ernährte sich von Erbsen, gekochtem Roggen und anderen Getreidearten. Während des siebenjährigen Krieges verließ er mit drei Töchtern seine jüngste Tochter Karoline, die in eine Anstalt eingewiesen worden war, war gestorben)das Gut und ging nach Magdeburg, wo er neun Jahre lebte und auch malte. Seine älteste Tochter Anna Frederica Regina blieb in Magdeburg und mit den beiden jüngeren Töchtern ging er nach Hamburg. Charlotta verließ ihn und ging nach Bremen. Hier entstanden Stadtansichten, erhalten ist das Aquarell St. Rembertistift, vom Pulverturm der "Braut" auf der Herrlichkeit von 1777, die Porträts von Johann und Gesche Böhse sowie Gesche Böhse im Brautkleid von 1782.

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Die Bilder befinden sich im Besitz des Focke-Museums.

Ihr Vater ging nach 23 Jahren zurück auf sein Gut und führte ein kärgliches Leben. Er fühlte sich von Hexen verfolgt und wollte im Alter von achtzig Jahren noch unbedingt heiraten. Charlotta hatte keinen persönlichen Kontakt mehr zu ihm, sie wandte sich lediglich an einen Rechtsanwalt, um Erkundigungen über ihn einzuziehen. Die ältere Tochter Anna Frederica Regina hingegen wandte sich schon 1793 an "das wohllöbliche Amt zu Delitzsch", weil ihr Vater offenbar geistig erkrankt war,um alleinige Erbin zu werden. Über Charlottas letzte Lebensjahre in Bremen ist nichts bekannt.


Quellen: 1.Es gibt zwei Schreibweisen ihres Namens: Sophia Charlotta Ringe und: Sophia Carlotta Ringen
2.Pollmächer, Christian Salomon: Kurze Lebensbeschreibung und genaue Abbildung des seit kurzen verstorbenen Christoph Gottfried Ringe, eines verirrten Selbstdenkers und sonderbaren Oekonomen, zum besten armer Schulkinder, Halle 1797, S.5
Thieme-Becker: Allgemeines Lexikon der Bildenden Kunst, Leipzig 1934, S.367
Helas Philine/Polte Maren/Rückert Claudia/Uppenkamp,Bettina Hrsg.: BILD/GESCHICHTE: Festschrift für Horst Bredekamp,Frankfurt 2007
Autorin: Edith Laudowicz