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soziale Vereine

1814 wurde der Frauenverein von 1814 - ab 1616 Kleiner Frauenverein
gegründet, der vor allem in Not geratenen Familien half, "indem er ihnen das nötige Geld für en Kauf von Werkzeug lieh, so dass die Betroffenen wieder einem Gewerbe nachgehen konnten. Bei ihren Besuchen bei den Unterstützten stellten die Vereinsfrauen fest, dass es den Familien auch an Geld mangelte, die Kinder zur Schule zu schicken. Sie gründeten darufhin eine Schule für Mädchen dieser Familien. Dort wurden sie umsonst unterrichtet. Eine vierteljährlich Ausstellung mit Verkauf der in der Schule verfertigten Gegenstände brachte das nötige Geld für die Schule ein."1 Als 1844 die allgemeine Schulpflicht eingeführt wurde, ersuchte der Verein den Senat um ofizielle Anerkennung. Ab 1854 mußten er für den Unterricht eine geprüfte Lehrerin einstellen Anna Steen engagiert wurde.1923 schloss er sich dem Evangelischen Wohlfahrtsbund an und gewährte noch 1929 Frauen aus dem Mittelstand Unterstützung zur gründlichen Ausbildung in einem Beruf jeglicher Art, jedoch nur ausnahmsweise zu kaufmännischer Ausbildung."2 Anlässlich seines hundertjähtigen Bestehens wandte sich der Verein 1914 an den Senat mit der Bitte um eine finanzielle Zuwendung. Er verwies dabei auf seine langjähtoge Tätigkeit als Förderer der Mädchenschulbildung. Das erbetene Geld sollte für die Unterstützung von Auszubildenden in hauswirtschaftlichen Berufen verwendet werden. Unterschrieben war der Brief von der Vorsitzenden Grommé, Friederike Kulenkampff, geb. Noltenius, Frau Heinrich Kulenkampff(Schriftführerin), Frau Dr. Peltzer#,

1.Meyer Rentschhausen,Elisabeth, Weibliche Kultur und soziale Arbeit, Köln/Wien 1989, S.52

Der Frauernvereine für verschämte Arme auch Großer Frauenverein genannt

wurde 1816 gegründet, 1834 verlieh im der Senat die Rechte einer juristischen Person. Er setzte sich das Ziel, unverschuldet in Armut geratene Frauen zu unterstützen.Seine Mitglieder bemühten sich um die Töchter von Handwerkerfamilien. Es durften aber nur solche Frauen unterstütz werden, die von der städtischen Armenpflege keine Hilfe erhielten. Jeder Distrikt wurde der Stadt "wurde von einer auf vier Jahre gewählten Vorsteherin geleitet, die die 'Bücher zu führen und genaue Berichte über die Bedürftigen ihres Destrikte zu erstellen hatten. Frauen aus sehr unterschiedliche sozialen Schichten wurden Mitglied. Vorsitzende war Emma Holler.

Bereits 1817 hatte der Verein 224 Mitglieder, Frauen aus verschiedenen sozialen Schichten,1818 waren es bereits 230 Mitglieder. Die Mitglieder spendeten Geld, so dass zwei Räume als Schulklassen eingerichtet werden konnten, und Nähmaterialien gekuft werden konnten. Schließlich wurden zwei "Lehrfrauen" für den auch damals geringen Lohn von 65 Talern im Jahr engagiert, die allerdings außerdem - damals üblich - für jede erfolgreiche Schülerin eine Prämie bekamen. In den beiden "Strickschulen" wurden Mädchen im Alter von 6-13 unterrichtet.
In der "Nähschule" wurden Mädchen ab 13 "im Leinennähen, Märken, Austüchen und Stopfen" unterrichtet. Falls notwendig, sorgte der Verein auch für die Beköstigung der Kinder. Die von den Mädchen hergestellten Produkte wurden an "kranke, altersschwache und hilflose Personen", an arme Wöchnerinnen und arme Mädchen verteilt, die außerdem mit "Brod und Mehl und Rocken" Roggen] versorgt wurden. Nach der Schule wurden die Mädchen in private Haushalte als Dienstboten vermittelt. Andere hatten genügend gelernt, um als Näherinnen ihr Geld verdienen zu können. Außer Handarbeiten lernten die Mädchen Lesen, Schreiben, Rechnen und das Singen von Chorälen sowie Frömmigkeit.
Er existierte bis 1970.

Quellen: Das Protokollbuch der Emma Holler: Wegen ihrer Rechtschaffenheit besonders für eine Unterstützung von Frauenverenen geeignet: in: Bärbel Ehrmann Köpke,Bremisches Jahrbuch Bd. 91 -- 2012, S. 109-119

1841 Verein für weibliche Krankenpflege

"Dieser Verein aus 9 Vorsteherinnen, die sich 14-tägig trafen und denen je ein Distrikt der Stadt zugeordnet war, wo sie vor allem in Fällen, in denen die Mütter der Familien krank waren, mit Lebensmitteln und Kleidung mit "Gehülfinnen" zu helfen versuchten. Den Hauptteil der praktischen Hilsfsarbeit übernahmen die Helferinnen, während die Vorsteherinnen das Einsammeln von Spenden (von 11 Apfelsinen über einige Flaschen alten Weines bis hin zu Weizenbrot etc.) übernahmen.162 Erst 1843 entstand für entsprechende Hilfe an

E.Meyer-Rentschhausen, S. 55

Bund für Mutterschutz

Er wurde 1905 von Helene Stöcker, Lily Braun, der Dichterin Ruth Bre, Maria Lischnewskaja u.a. in Berlin gegründet. In Bremen setzt sich als erste Metta Meinken für dessen Ziele ein, die auch Mitglied im Vorstand wurde.
In Bremen entstand aufgrund maßgeblichem Engagements von Minna Bahnson zunächst 1906 der Verein Mütter und Säulingsschutz, der sich um ledige Mutter und deren Kinder kümmerte.
In der Prangenstraße eröffnete er ein Haus, in denen er Müttern drei Monate vor der Geburt Schutz anbot.

weiterlesen hier:Bund für Mutterschutz

Bremer Auskunftsstelle für Wohltätigkeit

Auf Initiative des Frauen-Erwerbs und Ausbildungsvereins wurden zahlreiche Referentinnen eingeladen, die zu verschiedenen Themen sprachen - darunter auch 1896 Jeanette Schwerin aus Berlin, die zum Thema Armenpflege sprach. Auf seiner dem Vortrag folgenden Vorstandsitzung wurde beschlossen, eine Auskunftsstelle für Wohltätigkeit zu schaffen.

"Der Zweck der Bremer Auskunftsstelle sollte zunächst sein, Hilfesuchende zu beraten, an welche Stellen sie sich mit ihrem Anliegen am besten wenden könnten und sie gezielt weiterzuvermitteln. Direkt selbständige Unterstützungen wollte die Auskunftsstelle nicht leisten, abgesehen von besonderen Notfällen, in denen andere Helfer, Stiftungen oder Einrichtungen nicht hinzugezogen werden konnten, da sie nicht zuständig waren. Außerdem wollte die Auskunftsstelle allen denjenigen helfen, die bereit waren, zu helfen, aber nicht wussten, welchem Zwecke oder Verein sie ihre Spende oder Arbeitskraft am besten anbieten sollten. Schließlich sollte die Auskunftsstelle als eine Art Koordinationsstelle verhindern, daß mangels Kommunikation zwischen den verschiedenen in Frage kommenden Stellen wie Armenamt, Hilfsvereinen der Religionsgemeinschaften oder privaten Vereinen, Mehrfachunterstützungen ausgegeben wurden, wodurch einige Arme relativ zu viel, andere aber möglicherweise gar nichts erhielten. Das sollte die Wohlfahrtsarbeit wirksamer machen, war aber auch gegen die "professionellen Bettler" gerichtet, die sich durchzuschlagen suchten, indem sie verschiedene Quellen anzapften. Nach einem halben Jahr zog die Auskunftsstelle in Räume im Hause des Frauen-Erwerbs-Vereins in der Pelzerstraße um.
Bereits im ersten Jahr wurde die Stelle in 784 Fällen in Anspruch genommen, wobei 367 der Fälle von Dritten gemeldet wurden, die von den Hilfesuchenden um Unterstützung "angegangen" worden waren. Aktiv waren für die Auskunftsstelle zunächst die Frauen des Vorstandes, anfangs Henny Sattler, Marie Migault, Frl.H Lange als Geschäftsführerin), allerdings bald ersetzt durch Frl. Willi Taaks und Marie Hackfeld geb. Pflüger."1 Hatte die Stelle zunächst schon 24 Helferinnen, erhöhte sich jedoch im Ersten Weltkrieg diese Zahl noch einmal. Die Auskunftsstelle stellte sich dem Zentralen Hilfsausschuss vom Roten Kreuz zur Verfügung als Abteilung für bedrängte Familien wurde ihre Hauptaufgabe die Unterstützung der durch den Krieg Geschädigten. Schwierig erwies sich das Vorhaben, Frauen in geeignete Arbeitsstellen zu vermitteln, deshalb wurde eine Abteilung Frauenarbeit geschaffen, die Näh- und Heimarbeiten vermittelte. Diese löste sich 1911 von der Auskunftstelle und wurde ein eigener Verein. Auch wurde eine "Schreibstube für Stellenlose" eingerichtet, die arbeitslosen Handlungsgehilfen für drei Wochen Arbeit verschaffte." 1920 änderte sie ihren Namen in "Zentrale für private Fürsorge", 1933 wurde sie in die NSV eingegliedert. 1.Elisabeth Meyer-Rentschhausen, Weibliche Kultur und soziale Arbeit - Eine Geschichte der Frauenbewegung am Beispiel Bremen 1810-1927, S. 143 Die Zentrale für Private Fürsorge und häusliche Krankenpflege existiert noch heute als Verein und bietet Wohnungeb, Tagespflege und andere Dienste für Senioren.

Verein Jugendschutz

Vorsitzende und Mitgründerin des 1900 gegründeten Vereins, der 1908 bereits 250 Mitglieder hatte, war Marie Eggers-Smidt. Zweck des Vereins war der Schutz und Fürsorge für die Jugend durch Vormundschaften, Kinderschutz, Mädchenhorte, Jugendbelehrung über die Schäden des Alkoholismus und er setzte sich gegen den internationalen Mädchenhandel ein. Er gründete Flickschulen, in denen die jungen Mädchen flicken, stopfen und nähen lernen, um ihre eigenen Kleider reparieren zu können, er richtete Ferienhorte für Kinder ein und leistete Fürsorge für jugendliche Gefangene.Besondere engagierte er sich für junge Mädchen, deren Eltern berufstätig waren. Für sie wurden Horte in verschiedenen Stadtteilen eingerichtet.
"Die Mädchen bekamen in den Horten Milch und Brot und hatten Gelegenheit, ihre Schularbeiten zu machen. Durch Sport und Spaziergänge sollte der Sinn der Mädchen für die Natur geweckt werden mit einer Bibliothek ihr Interesse am Lesen."135 Bis zum Kriegsbeginn gab es acht Horte. Mit Hilfe der Spenden von Beta Isenberg konnte 1914 in der Kornstraße ein Mädchenwohnheim eröffnet werden, dass bei Kriegsbeginn zunächst als Kinderheim benutzt wurde.

Quelle: Meyer-Renschhausen, S.135

Verein "Mütter und Säuglingsheim"

1906 gründete Minna Bahnson gemeinsam mit Auguste Kirchhoff, die bereits 1908 wieder aus dem Vorstand ausschied, diesen Verein, der sich vorrangig um ledige Mütter oder aber Frauen die in schwierigen Eheverhältnissen lebten, kümmerte.Sie konnten in den ersten drei Monaten nach der Geburt im Haus des Heimes in der Prangenstraße wohnen konnten. Sie mussten sich lediglich verpflichten, das Baby zu stillen. Die Frauen für diese gesündere Form der Ernährung der Babies auf Dauer zu gewinnen, gelang jedoch nicht.
"Vielfach konnten die Mütter, wahrscheinlich aus körpericher Erschöpfung, nicht stillen. In anderen Fällen verzichteten die Frauen darauf, um sofort wieder verdienen zu können."1 Schon bald erwies sich das Haus als zu klein. Die geplante Erweiterung durch ein zweites Heim, das aufgrund einer Spende von Gesine Hackfeld 1906 in der Kirchbachstraße 106 eröffnet werden sollte, stieß zunächst auf Widerstand der Anwohner in der Straße, die sich an den Bremer Senat mit der Bitte wandten, den Bau zu verhindern. Sie befürchteten wohl einen Sittenverfall und dadurch eine Wertminderung ihrer Grundstück. Diesem Ersuchen wurde nicht stattgegeben. Das Heim wurde von Minna Bahnson geleitet. 1910 wurde ein drittes Heim in Tenever gebaut. ,1910 wurde ein weiteres Haus in Osterholz-Tenever eröffnet.
Minna Bahnson war bis 1934 vorsitzende des Vereins, wurde dann von den Nazis gezwungen, dieses Amt aufzugeben.2 Uhlenhaut, Linda:, die Geschichte des Frauen-Erwerbs- und Ausbildungsvereins, S. 148
Meyer-Renschhausen, Elisabeth, S.323

Der "Vaterländische Frauenverein“(Deutscher Frauenverein zur Pflege und Hilfe für Verwundete im Kriege
wurde 1866 durch die preußische Königin Augusta gegründet und von ihr sowie ihrer Nachfolgerin, der Kaiserin Auguste Viktoria, protegiert.
In Bremen entstand 1870/71 ein Zweigverein. Der Verband wie auch die Ortsvereine gehörten dem 1869 gegründeten Centrallkomitee der Deutschen Vereine vom Roten Kreuze an,denen sie sich ihm im Kriegsfall unterstellen mussten. Der Verein war eng liiert mit dem Flottenbund Deutscher Frauen, der sich für die Kolonien engagierte. Beide Vereine hatten ein extrem konservatives Frauenbild.
Vorsitzende des Bremer Zweigvereins während der Kriegszeit war die Senatorengattin Nebelthau, sehr aktiv war auch Sonny von Engelbrechten. Der Verein setzte sich für Ausbildungsmöglichkeiten für Krankenpflegerinnen ein. Diese wurde unter seiner Schirmherrschaft gemeinsam mit der Bremischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz am 1917 richtete er in den von der deutschen Armee eroberten Gebieten Soldatenheime ein.
Sonny von Engelbrechten und Toni Papendiek fuhren als Vertreterin des Vaterländischen Frauenvereins nach Riga, wo sie das von den Soldaten beschlagnahmte Haus, das den Sozialdemokraten gehörte, mit Möbeln aus ehemals von Russen bewohnten Häusern einrichteten. Nach ihrer Rückkehr sammelte die Ortsgruppe weitere Gelder für Soldatenheime.

Vereinskrankenhaus vom Roten Kreuz geschaffen.


Deutscher Frauenverein zur Pflege und Hilfe für Verwundete im Krieg

Die Mehrzahl der Bremer Rotkreuz-Schwestern, unterstützt von Hilfsschwestern des Vaterländischen Frauenvereins, die dieser in halbjährigen Kursen ausbildete, waren während des gesamten Krieges an den verschiedenen Fronten eingesetzt. Die älteren zurückgebliebenen Schwestern pflegten in der gesamten Kriegszeit fast 10.000 Soldaten. Auch in anderen Bereichen ordnete der Vaterländische Frauenverein seine Tätigkeit den „vaterländischen Pflichten“ unter. So sammelte er für die Kriegsanleihen und für Lebensmittelspenden für Soldaten.